Zwei Grüne Wirtschaftspolitikerinnen im Friedenspark

Bund und Kreis müssen sich gegenseitig fördern und ergänzen

Die Sonne lachte über dem Friedenspark und auf die fast 40 Ladberger Grünen und ihre Gäste, als die ihre Decken, Bierzeltgarnituren und Stehtische aufbauten. Karin Rahmeier begrüßte den von den Grünen unterschützen Bürgermeisterkandidaten Thomas Kötterheinrich, den ehemaligen grünen Bürgermeisterkandidaten Manfred Dröge, dessen Tochter, die Bundestagsabgeordnete Katharina Dröge und die Landratskandidatin der Grünen Birgit Neyer.

Birgit Neyer, die jetzt die Wirtschaftsförderin des Kreises ist, machte deutlich, dass die Landrätin bzw. der Landrat sehr entscheidend ist für die Ausrichtung der Kreispolitik. Als Beispiel nannte sie das Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit, dass in NRW - vielleicht sogar in ganz Deutschland - einzigartig ist, aber ohne den Amtsleiter Ulrich Ahlke und einen ihn unterstützenden Landrat nicht möglich gewesen wäre. „Ich dachte, bevor ich einen Chef bekomme, der meine guten Ideen nicht unterstützt, mache ich es doch lieber selber“ erklärt die Kandidatin ihre Gründe, auf den Chefsessel zu wollen.

Die beiden Rednerinnen entwickelten eine interessante Vortragsvariante, bei der sie ständig die Perspektive zwischen Kreis- und Bundespolitik wechselten und so aufzeigten, dass beide Ebenen zusammenwirken müssen, um zum Erfolg zu führen. Die Wirtschaft im Kreis ist durch den Mittelstand geprägt und der ist sehr flexibel und sehr daran interessiert, nachhaltig und innovativ zu arbeiten, braucht aber verlässliche Rahmenbedingungen, z.B. die Sicherheit, dass Wasserstofffahrzeuge gefördert werden und sich dadurch die Einrichtung einer Ladestation lohnt. Diese Rahmenbedingungen müssen durch die Bundespolitik geregelt werden. Aber dort hält man allzu oft zu lange an überholten Konzepten fest, z.B. wird die Windenergie nicht gefördert, um andere konservative Projekte erhalten zu können.

Einigkeit bestand darin, dass eine E-Mobilität, die durch Verbrennungstechnik gewonnen wird statt durch regenerative Energie, keine positive Wirkung haben kann.

Thomas Kötterheinrich, der Birgit Neyer auf  Ladbergens schlechte Anbindung im Nahverkehr ansprach, fand bei ihr in jeder Hinsicht Unterstützung – sowohl was den Ausbau als auch was die Kosten betrifft. Ebenso herrschte Einigkeit bei der Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum. Birgit Neyer wünscht sich darüber hinaus auch neue Wohnformen für ein bunteres Miteinander.

Einige Gäste machten während der Veranstaltung darauf aufmerksam, dass die Grüne Bundestagsfraktion in den Medien nicht genügend Aufmerksamkeit bekommt und dass daran unbedingt gearbeitet werden muss. Katharina Dröge musste zugeben, dass die Grünen in der Presse selten bei Wirtschaftsthemen zitiert werden und dass es daher schwer ist, wichtige Informationen zum Beispiel über die Gestaltung von Handelsverträgen mit Ländern wie Brasilien zu veröffentlichen.

Die wunderschöne Atmosphäre im Friedenspark unter den Bäumen, mit vielen Sonnenblumen, mit Abstand, Hygiene und Alltagsmasken kam bei allen gut an. „Wahlkampf mal ganz anders“ und diese Idee könnte auch nach der Corona-Pandemie weitergeführt werden.

Damit endete die Veranstaltungsreihe der Ladberger Grünen, die im März mit zwei gut bis sehr gut besuchten, informativen Veranstaltungen zur Ökologie begann, durch die Covid-19 jäh unterbrochen wurde und nun mit der Ökonomie in einer Top-Besetzung - mit der bundespolitischen Sprecherin für Wirtschaftspolitik und der Chefin der Wirtschaftsförderung (die die Grünen gerne als Chefin des Kreises sehen würden) - ihren Höhepunkt fand. Zwischen Ökologie und Ökonomie gehört eben ein „und“ und kein „oder“ sagen die Grünen auf allen politischen Ebenen.

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