
26.10.26 –
Ein persönlicher Blick auf die Ladberger Kommunalpolitik von Fraktionssprecher Joachim Reiß, 26.10.2026
Nach meinen ersten Anmerkungen zu den sich anbahnenden Haushaltsberatungen will ich meinen Blick auf die vergangene Ratssitzung werfen.
Der erste Tagesordnungspunkt der Sitzung über den der Rat zu beschließen hatte, war ein von uns beantragter Wechsel der Besetzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses. Nur auf den ersten Blick ein einfacher, formaler Vorgang. Sandra Blumenthal-Balsbering scheidet nach nicht einmal einem Jahr als Sachkundige Bürgerin aus und Jörg Berleman, ein in der Ratsarbeit erfahrener Hase, wird neues Mitglied des Umweltausschusses. Mit Sandra verliert der Ausschuss eine hochkompetente und engagierte Fachfrau.
Dieser Wechsel ist aber nur die konsequente Folge eines mehr als unwürdigen Verhaltens des Bürgermeisters ihr gegenüber, als sie sich „erdreistete“ ein vom Bürgermeister favorisiertes Projekt in Teilen zu kritisieren. Als der Bürgermeister im Anschluss daran noch die Grenze zu ihrem privaten Engagement für die Umwelt überschritt, sah sie sich genötigt ihr Mandat als Sachkundige Bürgerin aufzugeben.
Dieses erleben zu müssen, macht mich nicht nur betroffen, sondern auch wütend. Nicht nur angesichts des Verhaltens des Bürgermeisters, sondern auch angesichts des betretenen Schweigens der übrigen Ausschussmitglieder und insbesondere des Ausschussvorsitzendens, der hier eingreifen hätte müssen!
Als Lokalpolitiker weiß ich wie schwer es ist jüngere Mitmenschen, insbesondere Frauen, die immer noch deutlich unterrepräsentiert sind, für ein politisches Engagement in der Gemeinde zu gewinnen. Solche Erlebnisse machen es sicherlich nicht leichter.
Die übrigen Punkte der Tagesordnung sind schnell abzuhaken, wurden sie doch in den Fachausschüssen ausgiebig vorberaten und einstimmig beschlossen.
Auf einen erneuten Versuch durch eine Bestimmung im Bebauungsplan „In der Laake“ zu verhindern, dass Baugrundstücke mit bis 1,80 m hohen Zäunen aus PVC-Geflecht eingefasst werden können, habe ich verzichtet. Die ignorante Reaktion der anderen Fraktionen angesichts dieses Themas im Planungs- und Bauausschuss war deutlich genug.
Mehr als erfreulich war der Zwischenbericht der Kämmerin zur Finanzlage der Gemeinde. Die Bilanz zeigt, dass sich die geplanten Verluste in 2026 halbieren werden und damit die Ausgleichsrücklage auch in 2027 in siebenstelliger Höhe zur Verfügung stehen wird. Mal sehen welche Begehrlichkeiten dieses erfreuliche Ergebnis in den Haushaltsberatungen hervorrufen wird.
Ein persönlicher Blick auf die Ladberger Kommunalpolitik von Fraktionssprecher Joachim Reiß, 01.09.2026
Die Vorbereitung des Haushalts für das Jahres 2027 wird uns in einer Zeit angespannter öffentlicher Finanzen herausfordern. Hier werden die Unterschiede zwischen den verschiedenen politischen Akteuren deutlich.
Setzt man, wie wir Grüne, auf die Gestaltung eines lebenswerten familien- und kindergerechten Ladbergens durch die gezielte Förderung sozialer und ökologischer Projekte wie der Spielarena 12+, der Klimaanpassung und Hitzeschutzmaßnahmen.
Oder ist man, wie die CDU, der Meinung, dass sich Ausgaben für unsere heranwachsenden Jugendlichen nicht rechnen und den Haushalt überfordern und argumentiert lange bevor die eigentlichen Kosten feststehen mit unrealistischen und völlig überhöhten Zahlen.
Oder wird, wie für die FDP, die Höhe der Gewerbesteuer zum bestimmenden Maß, unbeachtlich der Tatsache, dass gerade die Gewerbesteuer als Einnahmequelle unverzichtbar ist, um Ausgaben für Schulen und Infrastruktur zu finanzieren.
Mich erschreckt das gleichgültige Verhalten der SPD angesichts der neuen Richtlinie für die Vergabe von gemeindeeigenen Baugrundstücken an Bauwillige. Haben CDU und FDP schon bereits dafür gesorgt, dass bei der Hälfte der Grundstücke soziale Verhältnisse keine Rolle mehr spielen, sondern nur der Geldbeutel des Meistbietenden, wehrt sich die SPD auch nicht dagegen, dass die Bedingungen für Familien mit Kindern auch bei den verbleibenden Grundstücken verschlechtert werden. Dass das Bauen darüber hinaus auch noch teurer wird, scheint außer uns keinen zu interessieren.
Die bereits rückläufigen Kinderzahlen der Kindergartenbedarfsplanung 2027/2028 des Kreisjugendamtes für Ladbergen sollten für uns eine Warnung sein.
Herzlich willkommen auf der Homepage der Ladberger Bündnisgrünen.
Kontakt: info@gruene-ladbergen.de
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